Bahnhof Bützow

karte bahnhof buetzow

Lage des Bahnhofs (BH) 1860 - mit dem ursprünglichen Gleis nach Güstrow

Der Bahnhof von BÜTZOW liegt etwa 1,5 Kilometer östlich vom Stadtzentrum unweit des Dorfes WOLKEN. Das erste Bahnhofsgebäude entstand um 1849. Es lag auf der anderen Seite des Gleises nach ROSTOCK als der heutige Bau und damit mussten zwingende eben jene Gleise überquert werden um dorthin zu gelangen. Dazu gehörten auch Lok- und Wagenschuppen, ein Wasserhaus und zwei Wartehäuser. Für den Verkehr ins realtiv weite entfernte Stadtzentrum gab es einen festen Droschkenkutschenbetrieb. Die Bahnstrecke von BAD KLEINEN nach ROSTOCK und die Zweigstrecke nach GÜSTROW wurden am 13. Mai 1850 in Betrieb genommen. Durch die Verlängerung dieser Strecke nach NEUBRANDENBURG im Jahre 1864 (1867 bis STRASBURG) wuchs die Bedeutung des Bahnhofs als Knotenpunkt. 1879 bis 1883 wurde ein neues Empfangsgebäude im Stil der Neorenaissance errichtet, nunmehr direkt an der Stadtseite des Bahnhofs. Das Alte zwischen den Gleisen stehende Empfangsgebäude wurde 1882 abgerissen. Der Neubau musste bereits 1892/93 erneut erweitert werden. In den Eckgebäuden befanden sich die Wohnungen der Beamten, im Mittelteil Diensträume, die Schalterhalle und die nach Klassen getrennten Warteräume. Bereits 1883 wurde die Zweigstrecke nach GÜSTROW neu angebunden. Ursprünglich hatte man der direkten Verbindung von ROSTOCK den Vorrang gegeben. Mit der geplanten Verbindung von LÜBECK nach STETTIN sollte nun eine direkte Durchfahrt von SCHWERIN her möglich sein. Die direkte Verbindung von ROSTOCK nach GÜSTROW wurde mit einem neuen Gleis am Bahnhof SCHWAAN geschaffen. Erst 1934 wurde ein Tunnel für den Zugang zu den Bahnsteigen gebaut. Nach dem Krieg war der Bahnhof ein wichtiger Knotenpunkt für die Interzonenzüge, die von hier direkte Anbindung nach HAMBURG und LÜBECK hatten. Die Bedeutung des Bahnhofs ist heute stark zurückgegangen. Wie an vielen anderen Orten Mecklenburgs wurden auch hier große Teile der Gleisanlagen zurückgebaut. Verschiedene Einzeldenkmale zeugen auch heute noch von der Bahngeschichte, auch wenn sie sich zum Teil in schlechtem Zustand befinden, so u.a. ein Stellwerk, der Wasserturm, ein Lokschuppen und eine Wasserpumpe. Mit dem Rückzug des Bahnpersonals und der Automatisierung der Ansagen wurde 2014 das Bahnhofsgebäude verkauft.



karte bahnhof buetzow 2

Lage vom Bahnhof Bützow um 1937 (mit dem nordwärts verlegten Anschlussgleis nach GÜSTROW)