Auch zum Kapitel der medizinischen Versorgung im Lager fehlen konkrete Zahlen. Das Lager selbst verfügte offenbar über mehrere Ärzte für die Betreuung der Gefangenen. Sie führten bei Ankunft neuer Soldaten eine Art Eingangsuntersuchung durch, vor allem um den Ausbruch von Seuchen zu verhindern. Ein Teil der Gefangenen kam auch mit mehr oder weniger gut ausgeheilten Kriegsverletzungen ins Lager Bockhorst. Die Betreuung der Erkrankten erfolgte in erster Linie durch ebenfalls in Gefangenschaft befindliche Sanitäter der jeweiligen Länder, die zum Dienst im Lager heran gezogen wurden. Theoretisch galten sie nach dem Genfer Abkommen als eine Art "geschütztes Personal" mit Sonderstatus, in wie weit das im Lageralltag so war lässt sich schwer nachvollziehen. Da ihre Zahl zur Betreuung der erkrankten und verwundeten Gefangenen nicht aussreichte, wurden im Lager auch noch deutsche Krankenpfleger beschäftigt. Über die Grösse und Zahl der existierenden Lazarett-Baracken ist nichts bekannt. Nur Patienten mit leichteren Krankheiten und Verletzungen wurden in den lagereigenen Lazarett-Baracken untergebracht. Die Schwerstverletzten und solche mit komplizierten Erkrankungen wurden im Lazarett der Güstrower Garnison in der SCHWAANER STRASSE behandelt oder für komplizierte Operationen bis nach ROSTOCK verlegt.








