RADEN liegt östlich von LALENDORF an der Strasse nach TETEROW. Auch RADEN war ursprünglich ein typisches Gutsdorf und gehörte von 1818 bis 1930 zu den Besitzungen der Familie von Schlieffen. 1894 gab es im Ort eine Schule, eine Schmiede mit Krug, eine Dampfmolkerei und eine Dampfmühle.1 204 Einwohner hatte der Ort damals. 1930 ging das Rittergut des Grafen von Schlieffen in Konkurs. Im Zuge es Umschuldungsverfahrens kaufte die Mecklenburgische Landgesellschaft die Ländereien und Gebäude des Gutes um in RADEN Neusiedlerstellen zu errichten. Das Gut wurde in 46 Siedlerstellen aufgeteilt. Zehn davon erhielten mecklenburgische Landarbeiter. Alle übrigen gingen an Neusiedler aus dem Rheinland und Westfalen. Damit veränderte sich auch das Dorfbild grundlegend. Auf einer Strecke von 4 Kilometer entlang der Chausse entstanden die typischen Winkelhöfe der Siedler und RADEN wurde zu einem langen Reihendorf. Die Standardhofgrösse der Siedler umfasste etwa 16 Hektar und den Winkelhof mit Stall- und Scheunenteil. Das Gutshaus und die Wirtschaftsgebäude des Gutes wurden auf zwei Betriebe von je 60 Hektar und eine Doppelstelle von ca. 38 Hektar aufgeteilt.2 1933 hatte RADEN 314 Einwohner.3 Erst 1951 erhielten die überwiegend katholischen Neusiedler in RADEN eine eigene Kirche. Schon früher hatten sie ihre Karnevalstradition wieder aufgenommen, die bis heute besteht und damit der älteste Karnevalsverein in Mecklenburg ist. RADEN gehört heute zur Gemeinde LALENDORF.

Ansichten:

1908 - Raden - Gastwirtschaft und Herrenhaus

1925 - Raden - Gastwirtschaft

Quellen:

  1. Mecklenburgische Vaterlandskunde, Wilhelm Raabe, Wismar 1894
  2. Junge Familien aus dem Rheinland, Westfalen und Franken werden zu Mecklenburgern, Christiane Schilf
  3. Statistik des Deutschen Reiches, Band 451
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